KEINE Spende für die Consorsbank

Das Marketing läuft, an jeder Ecke sieht man Emojis, ein Foto von Max Morlock und markante Sprüche wie „Er bereute diese Liebe nie“. Es wurde einen Werbefilm gedreht (mit 80 Leuten, haha), auf Facebook werden bereits die Prämien für die „Spende“ vorgestellt.

Bereits in einem vorherigen Beitrag habe ich diese Kampagne sehr negativ bewertet, an dieser Meinung hat sich bis heute nicht geändert. Jetzt wird es allerdings ernst. 800.000 Euro müssen zusammen kommen. Egal wie viele Fans dafür spenden, die Summe wird zusammen kommen. Die C-Bank wird die Kampagne erfolgreich beenden. Die Bank wird alles dafür tun keinen Reinfall zu produzieren. Das würde ein schlechtes Bild auf die Bank werfen.

Ich bitte alle, die diese Aktion unterstützen möchten, nochmal eindringlich sich die Zeit zu nehmen um sich noch mal den ein oder anderen Gedanken über diese Sache zu machen. Welchen Schaden durch die C-Bank mit dieser Aktion angerichtet wird.

Der 1. Fußballclub Nürnberg Verein für Leibesübungen e.V. hat nichts, aber auch gar nichts davon. Kein Geld für den Verein, er hat nicht einmal den positiven Nebeneffekt in Form eines Sponsoring (wie es bei Grundig war), da mit der PSD Bank bereits eine exklusive Vereinbarung besteht.

Wie die C-Bank bei der ersten Pressekonferenz mitteilte haben sie die Rechte am Namen Max Morlock erhalten. Welcher Umfang ist damit abgedeckt? Wie lange läuft diese Rechtübernahme? Ungewiss. Darf der FCN Morlock noch erwähnen ohne eine Vereinbarung mit der Bank zu besitzen? Man weiß es nicht. Es entsteht kein positiver Nebeneffekt für den Verein. Die überregionalen Medien werden zwar von einem „Sieg der Tradition“ sprechen, aber für die Zukunft stehen die Vorzeichen noch schlimmer.

Nach dem 3jährigen Namenssponsoring seitens der C-Bank wird es die Erwartungshaltung geben, für jetzt und alle Zeit ein Max-Morlock-Stadion zu haben. Da gibt es mehrere Möglichkeiten, die alle negativ dem Verein schaden.

    • 1. Es findet sich im Anschluss kein Sponsor mehr (da keiner logischerweise den Fans das MMS nehmen möchte). Bedeutet, die Stadt und die Betreibergesellschaft ist genötigt das Geld auf andere Weise zu generieren. Was liegt da näher als eine Mieterhöhung für den einzigen Mieter?
    • 2. Es wird in 3 Jahren anderes heißen und der Name Max-Morlock-Stadion ist für alle Zeit verbrannt. Es wird danach nie wieder die Möglichkeit geben das das heilige Achteck diesen Namen besitzt, da man analog zum Frankenstadion keine Begehrlichkeiten bei den Fans wecken möchte. Das kann nicht das Ziel sein!
    • 3. Sollte der Verein das Stadion in Form der Betreibergesellschaft übernehmen, wird es auch in Zukunft gezwungen sein Geld durch die Veräußerung des Stadionnamens einzunehmen. Hier würde wieder Punkt 1 greifen.

Die C-Bank ist auf den Zug aufgesprungen, den die aktive Fanszene im April 2006 auf die Reise geschickt hat. Damals, als eine andere Bank den Stadionnamen übernommen und uns somit um dem Namen Frankenstadion beraubt hat, wurde der Protest gegen eine Kommerzialisierung des Stadionnamens gestartet. Seit dieser Zeit gab es mehrere Aktion für ein Max-Morlock-Stadion und der Name wurde stets in verschiedenen Texten, Fahnen, Aufklebern oder T-Shirts in Erinnerung gehalten.

Die Bank versucht jetzt die Früchte der Ultras Nürnberg Saat zu ernten. Das spricht deutlich gegen den Anti-Kommerz Gedanken, welcher damals eine große Rolle bei der symbolischen Umbenennung in Max-Morlock-Stadion spielte. Leider gab es aus der aktiven Szene kein klares Statement im Umgang mit der C-Bank-Kampagne.

Natürlich wäre es ein Traum das unsere Heimat in Zukunft Max-Morlock-Stadion heißt. Allerdings gab es im Zuge der „Max-Morlock-Stadion Jetzt!“ Kampagne der Fanszene einen markanten Spruch: „Unser Stadion ist keine Nutte!“. Jetzt ist nicht nur unserer Stadion eine eben solche, auch Nürnbergs Größter Spieler wird für eine billige PR-Aktion verkauft und missbraucht.

Bevor sich jemand entscheidet, diese Aktion mit seinem Geld zu unterstützen, sollte er sich fragen ob es nicht besser wäre die 10, 100 oder 1000 Euro zu nehmen und dem Verein selbst zu spenden. Jeder kennt die finanzielle Situation des Vereins aus den Medien. Der Verein benötigt das Geld dringender als die Bank. Der Verein hat mehr von einer direkten Spende. Mit einer „Spende“ für die Crowdfunding-Kampagne der C-Bank wird in keinster Weise der Verein unterstützt!

So groß mein Wunsch nach einem Max-Morlock-Stadion auch ist, die Umstände und die komplette Kommerzialisierung sowie Inszenierung der Bank kann und wird von mir nicht unterstützt. Ich werde weiterhin mit Stolz meine Max-Morlock-Stadion T-Shirts der Nordkurve Nürnberg tragen, ich werde weiterhin in den Texten den Namen verwenden.

LEIDER wird diese PR-Kampagne einen positiven Abschluss finden. LEIDER wird das Nürnberger Stadion mindestens die nächsten 3 Jahre Max-Morlock-Stadion heißen. LEIDER wird es genug Personen geben die Summe X „spenden“ und dann Stolz mit ihrem C-Bank MMS T-Shirt rumlaufen oder sich ein Bild in die Wohnung hängen. LEIDER!

In welcher Form die C-Bank nach „erfolgreicher“ Kampagne mit einem Max-Morlock-Stadion wirbt ist unklar und bietet große Gefahren, dass Nürnbergs größter Spieler auch in Zukunft einfach als billiges Werbemittel missbraucht wird für ein bisschen gute Publicity. Diese Unbekannte sollten wird uns allen vor Augen führen. Aus reiner Gutmütigkeit wird kein Sponsor 4 Millionen aufbringen und eine 6-Stellige Summe in Werbung investieren. Die C-Bank möchte einen Gegenwert.

Der letzte Absatz richtet sich an die Personen, denen das Wohl des Vereins am Herzen liegt. Die sich nicht von einer billigen PR leiten lassen. Die auch mal Nachdenken. Spendet das Geld dem eingetragenem Verein (so lange es noch möglich ist), der der 1. FC Nürnberg ist.

Spendenkonto:
Empfänger: 1. FC Nürnberg
IBAN: DE 46 77 069 46 1000 64 00000
Verwendungszweck: Spende für den 1. FCN e.V.

Für ein Max-Morlock-Stadion – Scheiß Consorsbank!

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Glubb-Blog Clubfans bei FCN-Auswärtsfahrten und Groundhopping - Crowdfunding Max-Morlock-Stadion: Was soll man tun?

  2. Pingback: Rewind 03/2016 | Fabbo.de

  3. Pingback: KW 13/2017 | beGLUBBt

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